96. Oscarverleihung: Keine Überraschungen bei Wettquoten

In der Nacht zum 11. März sind in Los Angeles zum 96. Mal die Oscars verliehen worden. Der Film Oppenheimer und seine Beteiligten sind die großen Gewinner der Preisverleihung. Wir fassen zusammen, welche Nominierten in den Big Five gewonnen haben und ob sich die Vorhersagen der Buchmacher bestätigt haben.

Aufnahme der Oscar-Trophäe.

Bei den diesjährigen Oscars gab es bei den Wettquoten nur kleinere Überraschungen (Symbolbild). © Kalhh/pixabay.com

Bester Film: Oppenheimer

In der angesehenen Kategorie Bester Film ist Oppenheimer mit dem Oscar ausgezeichnet worden. Der Film war insgesamt für 13 Oscars nominiert und galt vor der Preisverleihung als absoluter Top-Favorit bei der diesjährigen Preisverleihung.

Die Buchmacher sahen den Streifen vor den Oscars [Link auf Englisch] als großen Favoriten in der Kategorie Bester Film an. Die Quote lag bei 1,14. Dahinter folgten Poor Things mit 10,00 und The Holdovers mit 13,00.

Oppenheimer soll inzwischen mehr als 400 Millionen Dollar (363 Millionen Euro) an den Kinokassen eingespielt haben. Allein in Deutschland sollen mehr als 2,5 Millionen Menschen den Film im Kino gesehen haben.

Bester Hauptdarsteller: Cillian Murphy

Cillian Murphy, 47, hat für seine Rolle als J. Robert Oppenheimer im gleichnamigen Film den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewonnen. Seine hervorragende schauspielerische Leistung wurde zuvor monatelang in der Presse gelobt, sodass er als großer Favorit in dieser wichtigen Kategorie galt.

Die Buchmacher sahen den irischen Schauspieler ebenfalls vorne. Die Quote für einen Sieg von Murphy lag bei 1,44. Es folgten Paul Giamatti (The Holdovers) mit 3,25 und Bradley Cooper (Maestro) mit 10,00.

Trotz seiner Favoriten-Rolle zeigte sich Murphy sich sichtlich berührt, als er seinen ersten Oscar unter Standing Ovations entgegennahm [Video auf Englisch]:

Warum kann in Deutschland nicht auf die Oscars gewettet werden?

Rund um die Oscars gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Wetten. Auch in diesem Jahr konnten Oscar-Fans darauf setzen, welche Nominierten in welchen Kategorien gewinnen würden. In Deutschland sind Wetten auf die Oscars jedoch verboten. Es handelt sich dabei um Unterhaltungswetten, die in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag untersagt sind. Lediglich Sportwetten sind in Deutschland legal.

Gesellschaftswetten, Politikwetten sowie Wetten auf Esports sind in Deutschland ebenfalls nicht gestattet. Dies gilt beispielsweise auch für Wetten auf Unterhaltungsshows oder bestimmte Ereignisse.

In Großbritannien gibt es hingegen jedes Jahr Wetten darauf, welcher Song an Weihnachten die Christmas No.1 belegen wird. Im vergangenen Jahr gab es zudem eine Weihnachtsaktion, bei der eine Sonderverlosung geplant war, sollte am 1. Weihnachtstag Schnee am Londoner Flughafen Heathrow liegen.

Auch in vielen weiteren Ländern dürfen Buchmacher Wetten dieser Art anbieten.

Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone

In der Kategorie Beste Hauptdarstellerin gab es vor der Preisverleihung zwei große Favoritinnen: Emma Stone, 35, für ihre Rolle in Poor Things und Lily Gladstone, 37, für ihre Darbietung in Killers of the Flower Moon. Schlussendlich hat Emma Stone ihren zweiten Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen, nachdem sie den Preis bereits im Jahr 2017 für La La Land erhalten hatte.

Die Buchmacher sahen ebenfalls ein enges Rennen zwischen Stone und Gladstone voraus. Die Quote für Emma Stone lag bei 1,80 und für Lily Gladstone bei 2,50.

Trotz ihrer Favoriten-Rolle war Emma Stone gerührt, als sie unter Tränen ihren zweiten Oscar entgegennahm [Video auf Englisch]:

Stone hob in ihrer Rede außerdem hervor, dass alle nominierten Frauen den Preis verdient hätten und hervorragende Schauspielerinnen seien. Sie bedankte sich mit gebrochener Stimme bei allen Beteiligten, ehe sie – mit ihrem am Rücken zerrissenen Kleid – die Bühne verließ. In ihrer Rede sagte Stone, dass der Riss wohl zuvor bei Ryan Goslings, 43, gefeierter Performance von I’m Just Ken geschehen sei.

Beste Regie: Christopher Nolan

Die Kategorie Beste Regie zählt ebenfalls zu den Big Five bei den Oscars und ist mit einem besonderen Ansehen verbunden. Der diesjährige Gewinner ist Christopher Nolan, 53, der bei Oppenheimer Regie geführt hat. Insgesamt hat der Film sieben Oscars gewonnen.

Die Wettquoten sahen Christopher Nolan mit Oppenheimer als großen Favoriten in der Kategorie Beste Regie: Die Quote lag bei 1,05. Die Buchmacher hatten Poor Things und Killers of the Flower Moon jeweils eine Quote von 17,00 eingeräumt.

Für Christopher Nolan ist es sein erster Oscar. Er war bereits achtmal nominiert, konnte den Preis zuvor jedoch nie gewinnen.

Bestes adaptiertes Drehbuch: American Fiction

Bei den Big Five der Oscars sind große Überraschungen ausgeblieben. In der Kategorie bestes adaptiertes Drehbuch, die laut den Buchmachern besonders eng war, gab es jedoch immerhin eine kleine Überraschung. Nicht der Favorit Oppenheimer hat gewonnen, sondern der Film American Fiction.

Die Quote für einen Sieg des Drehbuchs lag bei 4,00, wohingegen die Buchmacher Oppenheimer mit 1,00 vorne sahen. Cord Jefferson, 42, der Regisseur des Films, zeigte sich sichtlich überrascht, seinen ersten Oscar gewonnen zu haben:

Das bedeutet mir wirklich die Welt. Vielen Dank an die Akademie. Vielen Dank an alle, die an dem Film mitgearbeitet haben. […] Ich fühle einfach so viel Freude, hier zu sein. […] Das hat mein Leben verändert.– Cord Jefferson, Regisseur, American Fiction, YouTube

American Fiction basiert auf dem Roman Erasure von Percival Everett. Darin veröffentlicht ein angesehener afroamerikanischer Hochschullehrer Erzählungen, die alle Klischees und Stereotypen von Afroamerikanern thematisieren.

Author: Kevin Hughes