Belgien hebt Mindestalter für Glücksspiel auf 21 Jahre an

Aufnahme einer belebten Einkaufsstraße in Belgien.

Das belgische Parlament hat am 25. Januar einem Gesetzesentwurf zur Anhebung des Mindestalters für die Teilnahme an Glücksspiel zugestimmt. Dadurch wird es in Belgien in Zukunft erst ab 21 Jahren erlaubt sein, an Glücksspiel zu teilnehmen. Zudem wird ein grundsätzliches Werbeverbot für Glücksspiel jeglicher Art vorbereitet.

Aufnahme einer belebten Einkaufsstraße in Belgien.

Die Anhebung des Mindestalters für Glücksspiels soll junge Spieler schützen (Symbolbild). © dimitrisvetsikas1969/pixabay.com

Altersgrenze für Glücksspiel wird von 18 auf 21 Jahre angehoben

In einem Plenum soll das belgische Parlament dafür gestimmt haben, die Altersgrenze für Glücksspiel von 18 auf 21 Jahre anzuheben. Davon ausgenommen sei die nationale Lotterie Belgiens. Die Teilnahme sei weiterhin ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt.

Der Gesetzesentwurf soll weitere Neuerungen und Verbote enthalten. Demnach sei es ab in Krafttreten des Gesetzes verboten, mehrere Lizenzen auf ein und derselben Webseite zu kombinieren.

Das heißt, dass auf einer Webseite zum Beispiel nicht Sportwetten mit anderen Arten von Glücksspiel kombiniert werden dürften. Boni und Geschenkaktionen, die darauf abzielen, Nutzer zum Spielen oder zu einer Registrierung zu ermutigen, sollen ebenfalls verboten werden.

Um jüngere Menschen zu schützen, sollen außerdem Glücksspielautomaten aus Bars, Jugendeinrichtungen und Tankstellen entfernt werden.

Neues Gesetz soll junge Problemspieler schützen

Viele Experten scheinen der Auffassung zu sein, dass das neue Mindestalter für Glücksspiel in Belgien längst überfällig gewesen sei. Die Zahl der Problemspieler habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2023 habe sich die Zahl der täglichen Spieler im Vergleich zum Jahr 2019 verdoppelt.

Auch das belgische Expertengremium für Alkohol, Drogen und Glücksspiel hat sich kürzlich für eine Anhebung des Mindestalters ausgesprochen. Laut den Mitgliedern des Gremiums sei die neue Altersgrenze ein wichtiger Schritt bei der Suchtprävention – vor allem für junge Menschen.

Wie viele Menschen von problematischem Glücksspiel betroffen sind, zeigen auch die Einträge in das belgische Selbstausschluss-Register. Im Jahr 2023 sollen sich knapp 6.000 Menschen freiwillig eingetragen haben.

Umfangreiches Glücksspiel-Werbeverbot geplant

Laut Verabschiedung des Gesetzesentwurfs sei ein grundsätzliches Werbeverbot für Glücksspiel geplant. Dieses gelte für jedwedes Glücksspiel. Die Werbung für Online Casinos ist in Belgien bereits im Jahr 2018 verboten worden.

Das neue Gesetz sehe unter anderem vor, die Werbung für Glücksspielanbieter von Trikots im Sport zu verbannen sowie die Werbung in Stadien zu unterbinden. Das gelte sowohl für Werbeeinblendungen auf den Banden als auch für Außenwerbung an den Stadien.

Sportvereine und Betreiber sollen vier Jahre Zeit haben, Glücksspielwerbung zu entfernen und sich nach neuen Werbepartnern umzuschauen.

Gesetzesentwurf sorgt für hitzige Diskussionen

Der erste Gesetzesentwurf zur Anhebung des Mindestalters für Glücksspiel soll dem Parlament bereits im Jahr 2019 von Stefaan van Hecke von der Partei Groen vorgelegt worden sein. Die Frage des Werbeverbots habe jedoch zu starken Diskussionen geführt, die sich bis in das Jahr 2024 gezogen hätten.

“Nach vier Jahren des Kampfes gegen die Glücksspiellobby und ihre Politiker können wir die Spieler endlich besser schützen.”– , Parlamentsmitglied, Partei Groen, VRT

Insgesamt sei der Text elfmal dem Ausschuss des Parlaments vorgelegt worden. Im November 2023 sei er noch von der Opposition abgewiesen und an den Staatsrat verwiesen worden.

Bei der jetzigen Abstimmung am 25. Januar sei der Gesetzesentwurf von einer Mehrheit der Abgeordneten befürwortet worden. Die kommunistische Partei habe sich den Grünen angeschlossen und zugestimmt. Es habe nur eine Stimme gegen das neue Gesetz gegeben.

Es bleibt abzuwarten, wann das neue Gesetz in Kraft treten wird und wie die Glücksspielindustrie darauf reagieren wird.

Author: Kevin Hughes