Drei Casino Dealer von Crown in illegale Casinos verwickelt

Aufnahme des Crown Casinos in Melbourne, Australien.

Drei Casino Dealer des Glücksspielkonzerns Crown haben ihre Lizenz verloren, da sie in zwei illegalen Casinos in Perth gearbeitet haben. Die nicht lizenzierten Spielstätten sind im April 2023 im Rahmen einer großangelegten Razzia aufgedeckt worden. Wie erst kürzlich bekannt gegeben wurde, ist auch ein weiterer Mann, der ein ehemaliger Crown-Mitarbeiter gewesen sei, wegen Geldwäsche und des Verstoßes gegen das Glücksspielgesetz angeklagt worden.

Aufnahme des Crown Casinos in Melbourne, Australien.

Den australischen Behörden ist ein Schlag gegen das illegale Glücksspiel gelungen (Symbolbild). © Nils Versemann/shutterstock.com

Mitarbeiter verlieren Job und Lizenz

Verschiedene australische Medien [Link auf Englisch] berichten, dass der Glücksspielkonzern Crown, der bereits in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt hat, drei Casino Croupiers entlassen habe, nachdem zwei illegale Casinos in Perth gestürmt worden seien.

Vor Ort sollen die Beamten Bargeld in Höhe von 128.000 AUD (ca. 77.636 Euro) beschlagnahmt haben. In den illegalen Casinos hätten sich außerdem diverse Spieltische, Spielchips, Karten und weitere Ausstattung befunden [Video auf Englisch]:

Laut den Ermittlungen der Polizei sollen in diesen illegalen Casinos drei Croupiers von Crown gearbeitet haben. Die Behörden hätten zudem einen Haupttäter ausfindig gemacht, bei dem es sich auch um einen ehemaligen Mitarbeiter von Crown handeln soll.

Der 35-jährige Mann soll aktiv andere Mitarbeiter von Crown für seine illegalen Casinos angeworben haben. Er soll wegen der Organisation von illegalem Glücksspiel und Geldwäsche angeklagt worden sein.

Auch den Teilnehmern drohe wegen Verstößen gegen das Glücksspielgesetz eine Strafe. Die Verfahren laufen gegenwärtig vor Gericht.

Nicht der erste Skandal für den Glücksspielkonzern Crown

Die Casino-Marke Crown wird von dem Mutterkonzern Crown Resorts Limited betrieben. Das Unternehmen ist im australischen Melbourne ansässig und betreibt Casinos in Melbourne und Perth sowie Spielbanken und Hotels. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 15.000 Mitarbeiter. Auch das Crown Aspinalls in London gehört dem Unternehmen.

In den letzten Jahren hat Crown immer wieder mit Verstößen und Gerichtsverfahren auf sich aufmerksam gemacht. Im Juli 2023 ist das Unternehmen wegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung angeklagt worden. Die australischen Behörden hätten knapp 550 Verstöße festgestellt, die zu einer Rekordstrafe von 450 Millionen USD (ca. 417,5 Millionen Euro) geführt haben.

Auch in den Jahren davor sind dem Unternehmen immer wieder hohe Strafen aufgrund von Geldwäsche, Verstößen und Betrugsversuchen auferlegt worden. Das führte im Jahr 2020 sogar dazu, dass Crown als ungeeignet für eine weitere Casino-Lizenz eingestuft wurde. Das dritte Casino, das in Barangaroo, Sydney, gebaut werden sollte, konnte deshalb erst verspätet öffnen.

Australische Polizei kündigt weitere Razzien an

Die australischen Behörden sollen angekündigt haben, dass sie weitere Einrichtungen ins Visier ihrer Ermittlungen genommen hätten und mit weiteren Razzien zu rechnen sei. Ihnen sei bewusst, dass viele zerschlagene illegale Casinos nach einer gewissen Zeit wiederbelebt würden.

Je strenger es mit der Casino-Überwachung und -Beaufsichtigung sowie der Verhinderung der organisierten Kriminalität im Casino wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Leute versuchen, es zu umgehen.– Paul Papalia, Minister für Polizei und Glücksspiel, 9news

Die australische Regierung arbeitet seit einigen Jahren daran, illegales und problematisches Glücksspiel im Land zu bekämpfen. So wurde im August 2023 das Selbstausschluss-Register BetStop eingeführt. Problemspieler können sich damit selbst vom Glücksspiel ausschließen lassen.

Zudem werde darüber diskutiert, ein Werbeverbot für Online Glücksspiele einzuführen. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik das problematische Glücksspiel mit weiteren Maßnahmen reduzieren wird.

Author: Kevin Hughes