Entain-Aktie steigt nach CEO-Wechsel: Trendwende in Sicht?

Ein stilisiertes Aktienchart auf einem Tablet

Der Glücksspiel-Konzern Entain gehört zu den größten Aktiengesellschaften Großbritanniens und ist daher im FTSE 100 Index an der Londoner Börse gelistet. Seit Ende September 2021 müssen die Anleger jedoch eine stetige Abwärtsbewegung verkraften. Jüngste Veränderungen im Unternehmen scheinen aber das Potential zu haben, einen gegenläufigen Trend einzuleiten.

Ein stilisiertes Aktienchart auf einem Tablet

Die Entain-Aktie zeigt nach einem monatelangen Abwärtstrend kurzfristig deutlich nach oben. (Symbolbild) © Burak The Weekender/pexels.com

Erst der Höchststand, dann die Krise

Investoren aus der Anfangszeit von Entain, als das Unternehmen noch unter dem Namen GVC Holdings firmierte, dürften eine deutliche Rendite erwirtschaftet haben. Lag der Aktienkurs Anfang der 2010er-Jahre bei umgerechnet nur knapp 2 Euro, hat sich der Kurs inzwischen auf 11,30 Euro (Stand: 19.12.2023) mehr als verfünffacht.

Am 24. September 2021 erreichte die Aktie mit einem Kurs von 26 Euro einen Höchststand. Im Januar desselben Jahres war Jette Nygaard-Andersen zum CEO des Unternehmens befördert worden und hatte eine Expansionspolitik angestoßen, die Kritiker letztlich als einen Grund für ihre indirekte Entlassung angeführt haben.

Die mutige Akquisitionsstrategie anderer Glücksspielunternehmen und -marken scheint jedoch zunächst positiv von den Aktionären aufgefasst worden zu sein, wodurch sich der Aktienkurs in wenigen Monaten auf besagten Höchststand im September 2021 verdoppeln konnte. Doch nur wenige Monate später stand Entain negativ in den Schlagzeilen, unter anderem wegen zu leistender Strafzahlungen.

Im August 2022 hat die UK Gambling Comission (UKGC) das Unternehmen zu einer Strafe von 17 Millionen GBP (ca. 19,7 Millionen Euro) verurteilt [Artikel auf Englisch], was zu diesem Zeitpunkt die höchste Strafe darstellte, die von der UKGC jemals verhängt worden war. Die Höhe der Strafe wirkt jedoch verschwindend gering im Vergleich zu den 585 Millionen GBP, die Entain der britischen Finanzbehörde wegen unterlassener Korruptionsprävention schuldet.

Zudem sah sich Entain Mitte dieses Jahres mit dem Vorwurf konfrontiert, eine Lobbyismus-Kampagne zur Beeinflussung der Glücksspiel-Gesetzgebung Großbritannien lanciert zu haben. Im Zuge dieser Enthüllungen setzte die Aktie weiter zurück.

Lohnt sich ein Investment in Glücksspiel-Aktien?

Es gibt zahlreiche Unternehmen der Glücksspielbranche, die an der Börse gelistet sind, was Privatanlegern die Möglichkeit gibt, am Wachstum von Casino- und Sportwettenanbietern teilzuhaben.

Schaut man sich die wichtigsten Aktien aus der Branche an, wird man jedoch feststellen, dass diese im Jahr 2023 eher einem Abwärts- oder Seitwärtstrend unterlegen haben. Das österreichische Unternehmen bet-at-home.com AG musste starke Kursverluste in diesem Jahr hinnehmen und auch die Evolution Gaming Group hat eine ziemliche Achterbahnfahrt hinter sich.

Eine Möglichkeit, um das Risiko der Fokussierung auf einzelne Unternehmen zu begrenzen, stellen sogenannte ETFs dar. Der bekannte Roundhill Sports Betting & iGaming ETF hat in diesem Jahr beispielsweise zulegen können, steht seit Auflage aber immer noch im Minus.

Jeder Anleger muss für sich selbst entscheiden, ob er in Aktien oder ETFs der Glücksspielbranche investieren möchte. Ohne detaillierte Analysen und Kenntnisse des Markets ist dies aber wohl eher selbst eine Form des Glücksspiels.

Kommt jetzt die Trendwende bei Entain?

Seit der Absetzung von Jette Nygaard-Andersen als CEO von Entain hat die Aktie sprunghaft um rund 20 % zulegen können. In den letzten Monaten hatte es immer wieder Phasen gegeben, in denen sich der Kurs etwas erholt hatte, aber nicht in dieser Intensität.

Neben der Ernennung von Stella David als Interims-CEO von Entain haben sich noch weitere personelle Änderungen bei Entain ergeben: Pierre Bouchut, Virginia McDowell, Barry Gibson und Rahul Welde werden künftig wichtige Positionen im Konzern bekleiden.

Es wird sich zeigen, wie lange die Euphorie bei den Entain-Anlegern anhalten wird und ob die Aktie ihren Lauf fortsetzen kann. Sollte Entain zukünftig eher mit Erfolgsmeldungen als mit Strafzahlungen von sich hören lassen, könnte dies das Wachstum wieder stabilisieren.

Author: Kevin Hughes