Glücksspiel-Riese FDJ plant Übernahme von Kindred

Das Logo des französischen Glücksspiel-Giganten La Française des Jeux, kurz FDJ.

Der französische Glücksspiel-Gigant La Française des Jeux (FDJ) hat dem Online-Glücksspielunternehmen Kindred ein Angebot in Höhe von 2,45 Milliarden Euro für die Übernahme unterbreitet. FDJ wäre damit nach eigener Aussage der zweitgrößte Betreiber im europäischen Glücksspielsektor und würde anstreben, sich als europäischer Gaming-Champion zu etablieren.

Das Logo des französischen Glücksspiel-Giganten La Française des Jeux, kurz FDJ.

FDJ ist einer der größten Glücksspiel-Anbieter Frankreichs. © FDJ

Kindred empfiehlt Aktionären die Annahme des Angebots

Der maltesische Online Casino Betreiber Kindred hat in einer Pressemitteilung vom 22. Januar [Link auf Englisch] bestätigt, dass FDJ dem Unternehmen ein Angebot für die Übernahme unterbreitet habe. Die gesamte Höhe des Angebots liege bei 27,951 Millionen SEK (2,45 Milliarden Euro). Für jeden Hinterlegungsschein seien 130 SEK (11,41 Euro) geboten worden.

Laut Aussage von Kindred liege diese Summe 24,4 Prozent höher als der Schlusskurs der Aktien am 19. Januar, dem letzten Handelstag vor Abgabe des Übernahmeangebots. Der Verwaltungsrat habe den Aktionären deshalb einstimmig empfohlen, das Angebot von FDJ anzunehmen.

Die Annahmefrist für das Angebot soll am 20. Februar beginnen und am 19. November auslaufen. Laut einem Bericht von iGB [Link auf Englisch] sollen sich fünf Hauptaktionäre, die zusammen 27,9 Prozent der Aktien halten, bereits dazu verpflichtet haben, das Angebot zu unterstützen.

Dabei soll es sich um Corvex Management, Premier Investissement, Eminence Capital, Veralda Investment und Nordea handeln.

Kindred steckt schon länger in der Krise

Kindred steckt bereits seit einiger Zeit in einer Krise. Im Juni 2023 wurde Trannel, einer Tochterfirma des Anbieters, das Anbieten von Online-Glücksspiel in Norwegen untersagt. Im Vorfeld gab es jahrelange Streitigkeiten und Gerichtsprozesse rund um diesen Fall.

Im Juni 2023 fiel das endgültige Urteil, woraufhin Kindred sich vom norwegischen Markt zurückziehen musste. Darüber hinaus musste das Unternehmen die Anwalts- und Verfahrenskosten tragen.

Nur einige Monate später kündigte Kindred im November 2023 an, sich aus Nordamerika zurückziehen und 300 Mitarbeiter entlassen zu wollen. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es Gerüchte über einen potenziellen Verkauf des Unternehmens. Durch das Angebot von FDJ könnte dieser Plan in den kommenden Monaten umgesetzt werden.

Übernahmeangebot ist an Bedingungen geknüpft

Aus der Pressemitteilung von Kindred geht hervor, dass das Übernahmeangebot von FDJ an verschiedene Bedingungen geknüpft sei. Dazu zähle etwa, dass mindestens 90 Prozent der Kindred-Aktionäre das Angebot annehmen müssten.

Darüber hinaus müssten alle benötigten Genehmigungen vorliegen und es dürften keinerlei Ereignisse eintreten, die die finanzielle Lage von Kindred erheblich schwächen würden. Die beteiligten Parteien dürften außerdem keine unvollständigen oder irreführenden Informationen über die Übernahme veröffentlichen.

FDJ möchte sein Angebot erweitern

Das Ziel der FDJ sei es, sein Angebot zu erweitern. Kindred biete laut Stéphane Pallez, der CEO und Vorsitzenden von FDJ, ein attraktives Wachstumsprofil und sei eine starke, führende Marke.

“In voller Übereinstimmung mit unserer Strategie wird es der Gruppe ein diversifiziertes und ausgewogenes Profil verleihen, das auf mehreren Säulen basiert.”– Stéphane Pallez, CEO und Vorsitzende, FDJ, iGaming Business

Sie sei darüber hinaus der Meinung, dass sich FDJ und Kindred aufgrund ihrer Geschichte sowie ihrer strategischen Stärken und Grundwerte hervorragend ergänzen würden. Die Übernahme würde zu einer stärkeren strategischen Positionierung von FDJ führen und für die Aktionäre und Stakeholder einen größeren Nutzen bieten.

Ob die Aktionäre von Kindred dem Angebot zustimmen werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Author: Kevin Hughes