Glücksspiel-Sperregister Gamstop verzeichnet Rekord

Aufnahme eines Mannes, der an seinem Laptop an Online Glücksspiel teilnimmt.

Das britische Selbstausschluss-Register Gamstop hat im Jahr 2023 einen Rekord-Anstieg verzeichnet. Die jährlichen Registrierungen sind um 9,5 Prozent gestiegen. Besonders junge Menschen scheinen von problematischem Glücksspiel betroffen zu sein.

Aufnahme eines Mannes, der an seinem Laptop an Online Glücksspiel teilnimmt.

Gamstop ermöglicht es Problemspielern, sich selbst von Glücksspiel auszuschließen (Symbolbild). ©Studio Romantic/shutterstock.com

5-jährige Sperre die beliebteste Option

Mehr als 92.000 Spieler sollen sich laut einem Bericht von iGaming Business [Link auf Englisch] im Jahr 2023 in das britische Selbstausschluss-Register Gamstop eingetragen haben. Das bedeute einen Anstieg von 9,5 Prozent zum Vorjahr. Damit sei ein neues Allzeithoch bei den Registrierungen erreicht.

Im Monat Mai hätten sich besonders viele Menschen bei dem Selbstausschluss-Register angemeldet. Allein in diesem Monat hätten sich 8.591 in das Register eintragen lassen. Die Zahl der Eintragungen steigere sich von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2022 hätten sich noch rund 84.000 in das Register eintragen lassen.

Die Zahl der registrierten Personen steigt von Jahr zu Jahr, was zeigt, wie wichtig der Selbstausschluss für alle ist, die mit ihrem Glücksspiel zu kämpfen haben, und wie wichtig es ist, neben anderen Sperrmaßnahmen auch Unterstützung zu erhalten. Wir wollen weiterhin das Bewusstsein für Gamstop schärfen für alle, die von einem Selbstausschluss profitieren könnten, sowie für Freunde und Familien der vom Glücksspiel Betroffenen.– Fiona Palmer, CEO, Gamstop, Mirror

55 Prozent der Spieler, die sich im Jahr 2023 bei Gamstop registriert haben, sollen sich dabei für einen 5-jährigen Ausschluss entschieden haben. Dies sei der längste Zeitraum, für den Spieler sich über Gamstop von Glücksspiel ausschließen könnten. Auch 1 Jahr sowie 6 Monate stehen als Zeitspannen zur Auswahl.

Wie hilfreich ist Gamstop? Bericht eines Betroffenen

Das Selbstausschluss-Register Gamstop wurde im April 2018 eingeführt. Bislang haben sich mehr als 433.000 Spieler eingetragen. Der 38-jährige Harj Gahley soll einer von ihnen sein. Im Alter von 23 habe er mit Glücksspiel und Sportwetten angefangen. Zunächst habe er in Casinos gespielt und gewettet, ehe er begonnen habe, online zu spielen.

An manchen Tagen habe er nach eigener Aussage Tausende Pfund verspielt, ehe er sich Geld geliehen und sogar gestohlen habe, um weiter spielen zu können. Er soll mehrere Versuche unternommen haben, sich Hilfe zu suchen und mit dem Spielen aufzuhören. Sie seien jedoch alle erfolglos geblieben.

Eines Tages habe er sich telefonisch an Gamcare gewandt und dort den Zuspruch und die Unterstützung erhalten, die er so lange gesucht habe. Daraufhin habe er eine Therapie gestartet und sich bei Gamstop registriert.

Das Selbstausschluss-Register sei ein wichtiger Teil seiner Behandlung gewesen und er sei jetzt der Meinung, dass es Tausenden Menschen helfen könne. Das Wissen, nirgendwo in Großbritannien am Online Glücksspiel teilnehmen zu können, sei für ihn ein Wendepunkt gewesen. Inzwischen seien drei Jahre vergangen und Harj habe seine Sucht überwunden.

Er habe mehr als 10 Jahre an einer Spielsucht gelitten und diese, unter anderem auch mit der Hilfe von Gamstop, überwunden. Inzwischen arbeite er für die Glücksspiel-Wohltätigkeitsorganisation Red Card und helfe anderen Betroffenen dabei, den Weg aus der Spielsucht zu finden.

Besonders viele junge Spieler registrieren sich

Gamstop hatte bereits im August 2023 Zahlen für die erste Jahreshälfte veröffentlicht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen sich in der zweiten Jahreshälfte bestätigt haben.

Im Zeitraum zwischen August und Dezember seien die Registrierungen von Menschen zwischen 16 und 24 Jahren um 31 Prozent angestiegen. Auf das ganze Jahr gerechnet mache diese Altersgruppe 21 Prozent der neuen Registrierungen aus. Im Vorjahr habe der Wert noch bei 17 Prozent gelegen.

Gamstop will mehr auf jüngere Problemspieler eingehen

Fiona Palmer, die CEO von Gamstop, habe sich bereits zu den neuesten Zahlen und Entwicklungen geäußert. Demnach sollen die Verantwortlichen des Selbstausschluss-Registers planen, jüngere Spieler verstärkt anzusprechen und auf Gamstop aufmerksam zu machen.

“Der hohe Anteil junger Erwachsener unter den Registranten von Gamstop zeigt, wie wichtig es ist, jüngere Verbraucher aufzuklären, und wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit für diese Altersgruppe im Jahr 2024 fortsetzen, indem wir mit gleichgesinnten Organisationen zusammenarbeiten und die Unterstützung unserer Fußballvereinspartner nutzen.”– Fiona Palmer, CEO, Gamstop, iGaming Business

Gamstop hat bereits in der Vergangenheit größere Werbekampagnen gestartet, um das Selbstausschluss-Register in Großbritannien in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. Wann die spezifische Öffentlichkeitsarbeit für die jüngeren Altersgruppen beginnen wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Author: Kevin Hughes