Glücksspiel treibt die Wirtschaft in Macau an

Symbolhafte Darstellung von Macau

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die Wirtschaft Macaus in diesem Jahr um weitere 13,9 Prozent wachsen könnte, nachdem sie im letzten Jahr schon um 80,5 Prozent zulegen konnte. Damit sei Macau eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Einen Teil dazu würden die hohen Glücksspieleinnahmen Macaus beitragen, die für 2024 auf 216 Milliarden Patacas (ca. 25 Milliarden Euro) geschätzt werden.

Symbolhafte Darstellung von Macau

Die Wirtschaft Macaus soll unter anderem wegen der Glücksspielbranche weiter wachsen (Symbolbild). © OnlineCasinosDeutschland.com/DALL-E

Macau zieht wieder an Las Vegas vorbei

Daten der University of Nevada (USA) und des Statistics and Census Service Macaus zufolge, die von der Financial Times zusammengetragen wurden, habe Macau im vergangenen Jahr erstmals seit 2019 wieder mehr Glücksspielumsätze als Las Vegas erzielt [Artikel auf Englisch].

Vor der Pandemie hätten die Umsätze von Macau teilweise bereits das Siebenfache von Las Vegas betragen. Das “Las Vegas Asiens”, wie Macau teilweise genannt wird, war seinem einstigen Vorbild in Bezug auf die finanziellen Kennzahlen schon weit voraus.

Umsatzstarker Start ins Jahr 2024

Der Januar 2024 sei ebenfalls bereits vielversprechend gewesen, da 19,3 Milliarden Patacas und damit 67 Prozent mehr als im Vorjahr umgesetzt worden seien. Allerdings läge dies immer noch unter dem Niveau von 2019, der Zeit vor der Corona-Pandemie, die Macau hart getroffen habe.

Im Februar sei Macau zwar etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben und habe laut der offiziellen Daten [Quelle auf Englisch] nur etwa 18,5 Milliarden Patacas Umsatz erzielen können. Dafür sei der März mit 19,5 Milliarden Patacas wieder deutlich höher als erwartet ausgefallen.

Beide Umsatzzahlen übersteigen deutlich jene des Vorjahres. Der Unterschied zu 2022 ist noch gewaltiger. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass Macau im Jahr 2022 noch unter starken Corona-Restriktionen zu leiden hatte.

VIP-Geschäft verliert in Macau an Relevanz

Nach wie vor habe die Glücksspielbranche in Macau unter den Einschränkungen des VIP-Geschäftes zu leiden. Seit 2021 gehe China aktiv gegen sogenannte Junkets vor. Dies sind Agenturen, die zahlungskräftige Spieler vom chinesischen Festland nach Macau locken sollen, damit diese dort Urlaub machen und die Casinos besuchen.

Durch die neuen Regelungen im Junket-Geschäft habe Macau zwar mit geringeren Umsätzen zu kämpfen, allerdings sei das wachsende Massengeschäft erheblich attraktiver in Bezug auf die Marge, sodass der Umsatzeinbruch kompensiert werden könne.

Die Junkets verlangen für ihren Service Gebühren und auch die High Roller erwarten, dass sie vor Ort besonders behandelt werden und Incentives erhalten. Daher sei die Marge in Relation zum Umsatz weniger attraktiv als im Massengeschäft.

Macau möchte sich langfristig diversifizieren

Die sechs Casino-Konzessionäre Macaus hätten sich zum Jahr 2024 dazu verpflichten müssen, umgerechnet rund 14 Milliarden Euro in den nächsten 10 Jahren Macau zu investieren [Artikel auf Englisch], wobei 90 % dieser Ausgaben auf nicht-glücksspielbezogene Bereiche entfallen müssen.

Trotz des anhaltenden Booms der Glücksspielbranche scheint Macau also die Diversifizierung der Geschäftsfelder vorantreiben zu wollen. Offiziellen Aussagen zufolge, strebe Macau an, im Jahr 2024 insgesamt 33 Milliarden Touristen zu begrüßen [Artikel auf Englisch]. Dafür sei es jedoch erforderlich, mehr als nur eine Hochburg des Glücksspiels zu sein.

Author: Kevin Hughes