Glücksspielanbieter Gamesys muss Millionenstrafe zahlen

Supreme Court in London

Die britische Glücksspielkommission, die Gambling Commission, hat gegen den Glückspielanbieter Gamesys eine Geldstrafe in Höhe von 6 Millionen GBP (7 Millionen Euro) verhängt. Grund seien Versäumnisse in den Bereichen soziale Verantwortung und Geldwäschebekämpfung (AML). Die Verstöße seien im Rahmen der Compliance-Bewertung im Mai 2022 festgestellt worden.

Supreme Court in London

Gamesys muss wegen Verfehlungen in der sozialen Verantwortung und bei der Geldwäschebekämpfung insgesamt 6 Millionen GBP bezahlen. ©Old Town Tourist/shutterstock.com

Gamesys erhält Geldstrafe und wird weiteren Kontrollen unterzogen

Der Glücksspielanbieter Gamesys soll laut einer  Mitteilung der britischen Gambling Commission [Link auf Englisch] nicht nur eine Geldstrafe zahlen, sondern auch weiteren Kontrollen unterzogen werden. Gamesys habe die Herkunft der Gelder seiner Spieler nicht ausreichend hinterfragt. Außerdem seien höhere Einzahlungen und Auszahlungen transferiert worden, als dies die Richtlinien des Anbieters zuließen.

Die Kontrollen sollen durch eine unabhängige Prüfstelle im Rahmen der Richtlinien zur Bekämpfung der Geldwäsche und für sicheres Glücksspiel durchgeführt werden. Zur verhängten Strafe gegen Gamesys äußerte sich Kay Roberts, Executive Director of Operations der britischen Glücksspielkommission:

Unser Fokus als Regulierungsbehörde liegt darauf, sicherzustellen, dass die Betreiber Richtlinien und Verfahren anwenden, die das Glücksspiel fair, sicher und kriminalitätsfrei machen.[…] Wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst. Immer wenn wir Fehler in Richtlinien und Verfahren feststellen, kann das Unternehmen mit erheblichen behördlichen Maßnahmen rechnen.
– Kay Roberts, Executive Director of Operations der britischen Glücksspielkommission, iGB

Gamesys: Einer der größten britischen Glücksspielanbieter

Gamesys wurde im Jahr 2001 von den Unternehmern Andrew Dixon, Noel Hayden und Robin Tombs gegründet. Im Jahr 2013 übernahm Gamesys den Anbieter Virgin Games.
2019 wurde Gamesys von der JPJ Group übernommen. Der Name des Unternehmens wurde daraufhin in Gamesys Group geändert. Gamesys betreibt heute insgesamt 16 Glücksspielseiten und gehört zu den größten Glücksspielanbietern in Großbritannien.

Bereits in der Vergangenheit Geldstrafen für Gamesys

Gamesys ist bereits im Jahr 2019 wegen Versäumnissen bei sozialer Verantwortung und Geldwäsche von der britischen Glücksspielkommission zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,2 Millionen GBP verurteilt worden [Link auf Englisch]. Es habe drei Vorfälle gegeben, bei denen Personen gestohlenes Geld in Glücksspielen des Anbieters umgesetzt hätten.

Es sei polizeilich nachgewiesen worden, dass der Betreiber des Online Casinos die Spieler trotz eines problematischen Spielverhaltens nicht vom Spiel abgehalten habe. Wegen Versäumnissen bei sozialer Verantwortung und Geldwäsche wurde im vergangenen Jahr auch der Glücksspielanbieter Lindar Media mit einer Geldstrafe in Höhe von 690.974 GBP (ca. 798.282 Euro)
von der britischen Glücksspielbehörde bestraft.

Eine noch höhere Geldstrafe musste die William Hill Gruppe im Juni 2023 bezahlen [Link auf Englisch]. Die Strafe, ebenfalls wegen Verstößen bei sozialer Verantwortung und der Geldwäschebekämpfung, belief sich auf 19,2 Millionen GBP (22,3 Millionen Euro).

Author: Kevin Hughes