Glücksspielanbieter Kindred zieht sich aus Nordamerika zurück.

Freiheitsstatue vor einer Flagge der USA

Die Kindred-Gruppe hat bekannt gegeben, dass sie sich im Rahmen ihrer fortlaufenden strategischen Überprüfung auf dem Glücksspiel-Markt in Nordamerika zurückziehen werde. Bis zum Abschluss des zweiten Quartals 2024 sei ein vollständiger Ausstieg aus Nordamerika geplant. Weiterhin werde das Unternehmen Stellen abbauen und insgesamt 300 Mitarbeiter entlassen.

Freiheitsstatue vor einer Flagge der USA

Der schwedische Glücksspiel-Riese Kindred zieht sich aus Nordamerika zurück. © PhotoMIX-Company/pixabay.com

Rückzug aus Nordamerika innerhalb der nächsten sechs Monate

Im April 2023 habe Kindred laut einem iGB Artikel [Link auf Englisch] mit seiner strategischen Analyse begonnen. Ziel sei es gewesen, Kosten zu senken und die Betriebsabläufe zu optimieren. Zeitweise habe auch ein Verkauf der Firma im Raum gestanden. Dies sei sowohl für bestimmte Teile des Unternehmens als auch für den gesamten Konzern diskutiert worden.

Während der Analyse hätte man sich dazu entschlossen, den Geschäftsbetrieb in Nordamerika komplett einzustellen. Kindred wolle seine finanziellen und technischen Ressourcen für andere Märkte nutzen.

Es sei für das Unternehmen wichtig, weitere Marktanteile zu erschließen und sich auf attraktive Märkte in Europa zu fokussieren. Nordamerika hätte für Kindred nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Zu den positiven Zahlen in Europa äußerte sich Kindred Interims-CEO Nils Andén:

Ich freue mich jedoch, dass wir nach unserem Wiedereinstieg im Juli 2022 unsere führende Position in den Niederlanden zurückerobert haben. Auch in Großbritannien sehen wir eine positive Dynamik mit einem Wachstum von 7,0 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotzdem wirkten sich enttäuschende Sportwettenniveaus in den Kernmärkten in Verbindung mit einer niedrigeren Sportwettenmarge als in unserem langfristigen Durchschnitt negativ auf die Gesamtleistung aus.– Nils Andén, Interims-CEO von Kindred, igamingbusiness.com

Kindred ist in mehreren US-Bundesstaaten präsent. Mit einem Sportwetten-Angebot in Partnerschaft mit Mohegan Sun Pocono ist das Unternehmen seit September 2019 aktiv und bietet legale Sportwetten in den USA im Bundesstaat Pennsylvania an. Seit Juli 2023 ist Unibet auch online verfügbar.

In den USA ist Kindred in weiteren Bundesstaaten vertreten. Hierzu gehören operative Märkte in Virginia (mit Unibet), Arizona und Washington State (in Partnerschaft mit dem Swinomish Tribe).

Die Firmengeschichte von Kindred

Die Firmengeschichte von Kindred reicht bis ins Jahr 1997 zurück, als Anders Ström Unibet in seinem Wohnhaus in Earl’s Court, London, gründete. In den Anfangsjahren nahm das Unternehmen noch Wetten seiner Kunden am Telefon an. Im Jahr 1999 ging mit Unibet dann einer der ersten Online-Wettanbieter weltweit an den Start.

In den Folgejahren expandierte Unibet und erweiterte seine Produktpalette. Neben Sportwetten wurden auch Casino Spiele und Poker angeboten. Spieler in Deutschland können aufgrund des deutschen Glücksspielstaatsvertrags jedoch ausschließlich Spielautomaten in der Unibet Online-Spielothek verwenden. Jackpot Slots, Tischspiele und Live Casino Spiele stehen hingegen nicht zur Verfügung.

Im Jahr 2004 wurde Unibet zudem als einer der ersten Wettanbieter an der Stockholmer Börse in Schweden gelistet. Weiterhin setzt sich Kindred für ein sicheres Spielerlebnis ein. Neben der Lizenz aus einigen US-Bundesstaaten hält der Anbieter auch einige europäische Lizenzen. Kindred ist heute einer der größten Online-Glücksspielanbieter der Welt, mit Millionen von registrierten Spielern.

Kindred Aktie mit herben Verlusten

Der angekündigte Rückzug aus Nordamerika sowie der geplante Abbau von 300 Stellen hat auch der Kindred Aktie stark zugesetzt. Mit einem Einbruch von bis zu 10,5 % mussten Anleger starke Verluste hinnehmen. Das 14-Monats-Tief der Kindred Aktie sei unter anderem auf den Ausstieg in Nordamerika und die bevorstehende Entlassungswelle zurückzuführen.

Author: Kevin Hughes