Glücksspielgesetz in Belgien hebt Mindestalter auf 21 an

Aufnahme von Brüssel, der Hauptstadt von Belgien.

Die belgische Glücksspielbehörde Kansspelcommissie (KSC) hat Anfang März bekannt gegeben, dass ein neues Glücksspielgesetz zum 1. September 2024 in Kraft treten wird. Das Gesetz wird das Mindestalter für Glücksspiel auf 21 Jahre anheben und weitere strenge Vorschriften für belgische Glücksspielanbieter beinhalten.

Aufnahme von Brüssel, der Hauptstadt von Belgien.

Wie wird sich das neue Glücksspielgesetz auf den Spielerschutz auswirken (Symbolbild)? © Walkerssk/pixabay.com

Mindestalter für Glücksspiel vereinheitlicht

Die belgische Glücksspielbehörde hat die Änderung des Glücksspielgesetzes auf ihrer Website veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das Mindestalter für jegliche Form von Glücksspiel ab dem 1. September 2024 21 Jahre betragen soll.

Bislang gab es in Belgien keine einheitlichen Regelungen für das Mindestalter. Stationäres Glücksspiel ist erst ab 21 Jahren erlaubt, während der Online-Sektor bisher ab einem Alter von 18 Jahre zugänglich ist. Mit dem neuen Gesetz folgt die Kansspelcommissie der Forderung eines belgischen Expertengremiums, das sich bereits im Januar 2024 für die Einführung des Mindestalters von 21 Jahren ausgesprochen hatte.

Mit dem neuen Gesetz erhält Belgien ein einheitliches Mindestalter in allen Bereichen des Glücksspiels. Damit ist Belgien neben Griechenland das einzige Land der Europäischen Union, das im stationären Sektor sowie Online ein Mindestalter von 21 Jahren hat. Um die Einhaltung sicherzustellen, sind bereits im Jahr 2023 Lesegeräte zur Identifikation Pflicht in allen belgischen Glücksspiel-Einrichtungen geworden.

Weitere Einschränkungen für belgische Glücksspielanbieter

Das neue Glücksspielgesetz sehe zudem ein generelles Glücksspielwerbeverbot in Belgien vor. Hinzu kommt, dass auch Gratiswetten sowie Boni und Geschenke, die Spieler anlocken sollen, zum 1. September verboten würden.

Weiterhin werde untersagt, auf Webseiten, die Sportwetten, Bingo oder Poker anbieten, Werbung für iGaming auszuspielen. Mehrere Formen von Online-Glücksspiel auf ein und derselben Website anzubieten, werde ebenfalls verboten.

Das Glücksspielgesetz sehe darüber hinaus vor, dass ab dem 1. Januar 2025 auch Glücksspielwerbung in Fußballstadien verboten werde. Mit dieser etwas längeren Frist hätten belgische Fußballvereine ausreichend Zeit, sich um neue Werbepartner zu bemühen.

Glücksspielwerbung auch in anderen Ländern verboten

Belgien ist nicht das einzige europäische Land, das ein Verbot für Glücksspielwerbung eingeführt hat. In den Niederlanden ist ein Antrag auf ein vollständiges Verbot von Glücksspielwerbung bereits gestellt worden. Das Parlament stimmt derzeit darüber ab. Das Ziel des Gesetzes ist, den Spielerschutz zu erhöhen und die Suchtprävention zu verstärken.

Unter anderem haben Italien und Norwegen bereits seit einigen Jahren komplette Werbeverbote. Experten zweifeln jedoch ihre Wirksamkeit an. Vielmehr steht immer wieder die Diskussion im Raum, dass ein Werbeverbot dem Schwarzmarkt in die Hände spielen könnte.

So forderte die European Gaming and Betting Association (EGBA) die italienische Regierung bereits im letzten Jahr dazu auf, das Werbeverbot für Glücksspiel zu überdenken. Es steht der Verdacht im Raum, dass es den riesigen Schwarzmarkt für illegales Glücksspiel in Italien befeuere.

Belgischer Glücksspielverband kritisiert die Gesetzesänderung

Der belgische Glücksspielverband (BAGO) [Link auf Niederländisch] soll sich nach Bekanntgabe des neuen Gesetzes kritisch geäußert haben. Vertreter hätten betont, dass sie sich mehrfach für eine Einschränkung der Glücksspielwerbung ausgesprochen hätten.

Das geplante Gesetz gehe in ihren Augen jedoch zu weit, wie der Vorsitzende Tom De Clercq erklärt hat:

Aber wir haben auch immer davor gewarnt, dass ein völliges Werbeverbot an Orten, an denen illegale Betreiber massiv präsent sind, insbesondere online, schwerwiegende Nebenwirkungen haben wird. Wir müssen erneut zu dem Schluss kommen, dass die Politik die von uns vorgeschlagenen Lösungen ignoriert und sich für populistische Formeln entscheidet.– Tom De Clercq, Vorsitzender, belgischer Glücksspielverband, SBC Eurasia

Das neue Glücksspielgesetz sei bereits vom belgischen Parlament verabschiedet worden. Somit ist es fraglich, ob die Kritik der belgischen Glücksspielbehörde einen Effekt haben werde.

Author: Kevin Hughes