Indischer Geschäftsmann fällt auf Glücksspiel-Betrüger herein

Eine zwielichtige Person mit Handschuhen tippt auf einem Computer

Ein indischer Geschäftsmann aus der Stadt Nagpur soll einen Geldbetrag in Höhe von 580 Millionen Rupien (ca. 5,5 Millionen Euro) bei einem Glücksspiel-Betrug verloren haben. Seine Einsätze habe er nicht selbst platziert, sondern dies von einem Mittelsmann erledigen lassen, den er nur aus dem Internet gekannt haben soll.

Eine zwielichtige Person mit Handschuhen tippt auf einem Computer

Ein Betrüger soll einen indischen Geschäftsmann mit einer Fake-Glücksspielseite betrogen haben. (Symbolbild) © Towfiqu barbhuiya/unsplash.com

Erst Gewinne, dann Riesenverlust

Im Business Standard wird darüber berichtet, dass der Betrüger, der mit vollem Namen Sontu Navratan Jain heiße, sich das Vertrauen des indischen Geschäftsmannes erschlichen haben soll [Artikel auf Englisch]. Demnach habe er ein Gespräch begonnen und dabei von der Möglichkeit berichtet, viel Geld durch die Teilnahme an einem Glücksspiel zu verdienen. Es wird vermutet, dass er dafür eine Fake-Plattform eingerichtet habe.

Nach anfänglicher Skepsis sei der Geschäftsmann auf das Angebot eingegangen und habe zunächst einen kleinen Geldbetrag über das anonyme Hawala-System an den Betrüger überwiesen, der sich selbst den Namen Anant gegeben habe. Erst nach dieser umständlichen Transaktion habe dieser seinem Opfer Zugang zu einer vermeintlichen Glücksspiel-Website gegeben.

Zu Beginn habe der Geschäftsmann rund 50 Millionen Rupien Gewinn erzielen können. Vermutlich euphorisiert von dieser Summe, habe er jedoch in der Folge mehr als das Zehnfache dieses Betrages wieder verspielt. Erst als der Verlust auf 580 Millionen Rupien angewachsen sei, habe sich der Geschädigte an die Polizei gewendet.

Der dreiste Glücksspielbetrug mit der Indian Premier Cricket League

Der aktuelle Fall zeigt, wie wichtig es ist, im Internet vorsichtig mit finanziellen Transaktionen zu sein und zwielichtige Angebote zu hinterfragen – besonders wenn vermeintlich hohe Gewinnchancen in Aussicht gestellt werden. Phishing-Versuche im Glücksspielkontext hat es auch schon in Deutschland gegeben.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass sich Betrüger in Indien über den Glücksspielmarkt den Kontakt zu potenziellen Opfern gesucht haben sollen. Im letzten Jahr erregte eine Meldung mediale Aufmerksamkeit, wonach eine Bande die Austragung eines Cricket-Wettkampfes vorgetäuscht habe [Artikel auf Englisch], um russische Sportwetter anzulocken.

Drei Wochen nach dem eigentlichen Saisonfinale der Indian Premier Cricket League gaukelten die Betrüger vor, es würden noch Wettkämpfe ausgetragen. Hierfür wurden willkürlich Personen engagiert, die als Spieler, Trainer oder sogar Fernsehkommentatoren fungiert haben. Tatsächlich seien einige Sportwetter auf den Betrug hereingefallen, bevor die Polizei der aufwändigen Inszenierung ein Ende setzte.

Ermittler finden das Versteck des Betrügers

Nachdem der Geschäftsmann Anzeige bei der Polizei erstattet habe, sei das Versteck des Betrügers gefunden worden. Allerdings hätten die Ermittler Jain nicht verhaften können, da dieser nicht vor Ort gewesen sei. Es werde vermutet, dass er sich nach Dubai abgesetzt haben könnte.

Die Polizei habe im Versteck des Glücksspiel-Betrügers knapp 140 Millionen Rupien Bargeld, vier Kilogramm Gold und mehr als 200 Kilogramm Silber sicherstellen können. Es habe ausgesehen, als sei Jain sehr plötzlich geflüchtet.

Unklar ist noch, ob der indische Geschäftsmann zumindest einen Teil seines verlorenen Geldes zurückerhalten wird. Dafür muss sicherlich zunächst geklärt werden, woher das beschlagnahmte Bargeld, Gold und Silber stammen und ob es noch weitere Geschädigte gibt.

Author: Kevin Hughes