Razzia gegen illegales Glücksspiel in Kiel

Aufnahme des bekannten Leuchtturms Falkenstein in Kiel.

Die Kieler Polizei hat bei einer Razzia gegen das illegale Glücksspiel am Abend des 19. Dezembers zahlreiche Verstöße festgestellt. Bei der Durchsuchung von 25 Objekten sind illegale Spielautomaten, Bargeld und weitere Geräte beschlagnahmt worden. Eine Gaststätte ist im Anschluss geschlossen worden.

Aufnahme des bekannten Leuchtturms Falkenstein in Kiel.

Wird die Razzia gegen illegales Glücksspiel in Kiel einen langfristigen Effekt haben (Symbolbild)? © moinzon/pixabay.com

58 illegale Glücksspielautomaten sichergestellt

In einer Pressemitteilung haben die Generalstaatsanwaltschaft, die Polizeidirektion Kiel sowie die Stadt Kiel erklärt, dass am Dienstagabend eine groß angelegte Razzia im Stadtteil Gaarden durchgeführt worden sein soll. Es seien 25 Objekte sowie zwei Wohnungen durchsucht worden.

Dabei sollen 58 illegale Spielautomaten beschlagnahmt worden sein. Darüber hinaus hätten die Beamten Bargeld in fünfstelliger Höhe, Elektronikgeräte und mehrere Handys sichergestellt.

“Die heutige Durchsuchungsaktion in Kiel Gaarden ist ein entschiedener Schritt, um gegen die unerlaubte Veranstaltung von Glücksspielen durch das illegale Aufstellen von Spielautomaten, aber vor allem auch gegen die Drogenkriminalität vorzugehen. (…) Die konzertierte Aktion sendet eine klare Botschaft: Gesetzesverstöße im Glücksspielbereich und Drogenhandel werden konsequent verfolgt.”– Magdalena Finke, Innenstaatssekretärin, Schleswig-Holstein, Presseportal

Für den Einsatz sei die Koordinierungs- und Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität zuständig gewesen. Die Beamten sollen acht Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Verdachts der unerlaubten Veranstaltung eines Glücksspiels durch das illegale Aufstellen von Spielautomaten vollstreckt haben.

Insgesamt seien 170 Polizeibeamte im Einsatz gewesen, darunter auch Beamte der 1. und 2. Einsatzhundertschaft Schleswig-Holstein.

Was geschieht mit den beschlagnahmten Spielautomaten?

Die Polizei soll bei der Razzia in Kiel 58 Glücksspielautomaten beschlagnahmt haben. Ein Politiker der Stadt Bochum forderte kürzlich, konfiszierte Spielautomaten mit manipulierten Auszahlungsraten öffentlich zu zerstören. Er sei der Meinung, die Politik könne damit ein Zeichen gegen illegales Glücksspiel setzen.

Es werden jedoch auch immer wieder Stimmen laut, die den enormen Personal- und Kostenaufwand bei Razzien gegen illegales Glücksspiel kritisieren. Zudem zweifeln Kritiker an, dass punktuelle Razzien, wie jene in Kiel, einen langfristigen Erfolg bringen würden.

Auch eine öffentliche Zerstörung der konfiszierten und teilweise sehr teuren Spielautomaten könnte infrage gestellt werden, denn ein Verkauf oder eine Versteigerung der Geräte könnte Gelder für die Städte oder wohltätige Zwecke generieren.

Schließung wegen zahlreicher Verstöße

Die Polizeibeamten sollen durch Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht der Stadt Kiel unterstützt worden sein. Diese hätten die Kontrollen in zahlreichen Gaststätten durchgeführt.

Dabei sollen zahlreiche Hinweise auf illegales Glücksspiel gefunden worden sein. Darüber hinaus sollen dabei auch Verstöße gegen das Betäubungsmittel-, Arzneimittel- und Waffengesetz von den Mitarbeitern der Gewerbeaufsicht festgestellt worden sein. In einer Gaststätte seien die Verstöße so eklatant gewesen, dass die Stadt Kiel den Weiterbetrieb untersagt und das Lokal geschlossen habe.

Darüber hinaus sollen im Zuge der Razzia auch zwei Wohnungen durchsucht worden sein. Die Beamten sollen dort diverse Messer und Schreckschusswaffen sichergestellt haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein sei nun für die vollständige Auswertung der Beweismittel zuständig.

Author: Kevin Hughes