Thailand kämpft gegen Online-Glücksspiel und treibt Casino-Pläne voran

Aufnahme einer Buddha-Statue in Thailand

Die thailändische Regierung hat sich in Bezug auf die Zukunft des Glücksspiels in Thailand klar positioniert. Während das Online-Glücksspiel hart verfolgt wird, hat das Parlament mit einer deutlichen Abstimmung die Legalisierung von landbasierten Casinos vorangetrieben.

Aufnahme einer Buddha-Statue in Thailand

Im buddhistisch geprägten Thailand könnte bald die Legalisierung des stationären Glücksspiels erfolgen (Symbolbild). © Syed Ahmad/unsplash.com

Über 25.000 Links auf Glücksspiel-Websites blockiert

Zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 5. März 2024 habe das zuständige Ministerium in Thailand die Sperre von 60.681 Links veranlasst [Artikel auf Englisch], die “unangemessene Informationen” bereitstellen würden, wie die Online-Zeitung The Nation berichtet.

Davon seien 25.571 Links auf Websites mit Bezug zum Online-Glücksspiel blockiert worden. Im Vorjahr hätte die Zahl noch bei 2.059 gelegen, was darauf schließen lassen könnte, dass Thailand den Kampf gegen das illegale Glücksspiel im Internet intensiviert.

Der Betrieb einer Website für Online-Glücksspiel werde in Thailand mit bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe von bis zu 200.000 Baht (ca. 5.000 Euro) bestraft. Allein das Bewerben solcher Websites könnte mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder 2.000 Baht Geldstrafe sanktioniert werden.

Legalisierung des stationären Geschäfts nimmt Formen an

Das harte Vorgehen gegen Online-Glücksspiel und andere illegale Glücksspiele im Land, begründe die thailändische Regierung mit dem Schutz der Bevölkerung. Die stellvertretende Regierungssprecherin Kanika Aunjit habe laut The Thaiger betont, dass die “Verlockungen des Glücksspiels” individuelle und kollektive Schäden für Thailand mit sich bringen könnten [Artikel auf Englisch].

Mit dem Reiz des Glücksspiels scheint Thailand aber in Zukunft finanzkräftige Touristen anziehen zu wollen. Wie das Fachmagazin iGaming Business berichtet, hätten bei einer Abstimmung am 28. März 2024 die Abgeordneten im Repräsentantenhaus mit 253 zu 257 Stimmen dafür votiert, die Pläne zur Legalisierung des stationären Glücksspiels weiter voranzutreiben [Artikel auf Englisch].

Die Abstimmung folgte auf die Veröffentlichung einer Studie, die dargelegt habe, dass Thailand umgerechnet rund 11 Milliarden Euro jährlich durch das stationäre Casino-Geschäft verdienen könnte. Auch infrastrukturelle Verbesserungen und neue Arbeitsplätze seien Argumente für die Legalisierung des landbasierten Glücksspielmarktes in ausgewählten Casino-Resorts.

Casino-Investoren haben Thailand im Blick

Laut iGaming Business seien Unternehmen wie MGM Resorts, Las Vegas Sands und Hard Rock Asia daran interessiert, Standorte in Thailand zu eröffnen.

Derzeit sei noch offen, wie viele Casino-Komplexe in Thailand eröffnet werden könnten. In ersten Plänen sei von fünf Resorts ausgegangen worden, inzwischen halte die Regierung aber bis zu acht Komplexe für machbar.

Um Investoren zu überzeugen, wird Thailand aber die Konkurrenz im Blick behalten müssen. Im Kampf um Marktanteile in Südostasien gelten die Philippinen als starker Mitbewerber. Hier gibt es bereits seit längerer Zeit Casino-Resorts und auch das Online-Gambling gilt hier als Wachstumsfaktor.

Erste thailändische Casinos in drei Jahren?

Nach Einschätzung von Experten sei es realistisch, dass die Genehmigung für thailändische Casinos innerhalb der nächsten drei Jahre erfolgen werde. Auch wenn die Zustimmung durch das Parlament bereits gegeben sei, habe die konkrete Formulierung eines Gesetzes zu erfolgen.

Zudem gebe es im Land auch konservativen Widerstand seitens des buddhistischen Klerus. Allerdings würden aktuelle Umfragen zeigen, dass die meisten Thailänder einer Casino-Legalisierung aufgeschlossen gegenüberstehen.

Schließlich muss nach der erfolgten Legalisierung auch die Bauzeit der Resorts einkalkuliert werden. Insofern ist es noch nicht absehbar, wann die ersten Kugeln durch die Roulette-Kessel in Thailand rollen werden.

Author: Kevin Hughes