UNAD fordert Verbot von Glücksspielwerbung in Spanien

Pablo Bustinduy

Das spanische Netzwerk für Suchthilfe (UNAD) hat Pablo Bustinduy, den zuständigen Minister in der spanischen Regierung, dazu aufgefordert, Glücksspielwerbung komplett zu verbieten. Zudem hat UNAD eine Klarstellung bei der Regulierung von Lootboxen in Videospielen gefordert.

Pablo Bustinduy

UNAD möchte, dass sich der spanische Minister Pablo Bustinduy (Foto) für ein Verbot von Glücksspielwerbung einsetzt. © Marta Jara / Wikimedia

Gleichsetzung mit Alkohol und Tabak vorgesehen

Rund um den Internationalen Tag des verantwortungsvollen Glücksspiels am 17. Februar 2024 habe die UNAD ihre Forderung nach einem vollständigen Verbot von Werbung für Glücksspiele erneuert [Artikel auf Spanisch], wie die spanische Zeitung La Vanguardia berichtet.

Obwohl die Werbung für Glücksspielangebote in Spanien schon stark eingeschränkt sei und unter anderem Kooperationen mit bekannten Persönlichkeiten verbiete, sehe UNAD noch immer Schlupflöcher für die Anbieter, um ihre Services zu bewerben.

Das Netzwerk schlage vor, das Glücksspiel künftig werberechtlich genauso zu behandeln, wie Alkohol oder Tabak, für welche ein striktes Werbeverbot in Spanien gelte. Begründet werde dies damit, dass Glücksspiele ebenfalls ein hohes Suchtpotential bergen und die Gesundheitssysteme belastet werden könnten.

Auch in der international kontrovers geführten Diskussion rund um Lootboxen in Videospielen, die jüngst auch in Deutschland erneut aufgegriffen wurde, habe UNAD Stellung bezogen. Das Netzwerk gehe davon aus, dass derartige Mechanismen in Videospielen langfristig Suchtprobleme fördern könnten und fordere deshalb erhebliche Einschränkungen, ohne dabei konkret zu werden.

Wie wird Pablo Bustinduy reagieren?

In den Medien finden sich noch keine Hinweise darauf, wie Pablo Bustinduy zu den Forderungen von UNAD steht und welche Maßnahmen er plant. Erst seit November 2023 hat Bustinduy das Amt als Minister in diesem Bereich übernommen.

Sein Vorgänger Alberto Garzón habe als starker Gegner des Glücksspiels gegolten. Ob Bustinduy ähnlich eingestellt ist oder mehr Kompromissbereitschaft zeigen wird, kann derzeit nur spekulativ beantwortet werden.

Author: Kevin Hughes